Schottland- Osterferien 2017

 

schottland Ostern
Unsere Route: Edinburgh, Isle of Mull, Tagesausflug nach Iona- und zurück!

Familienurlaub in Schottland, Ostern 2017 (Edinburgh/ Isle of Mull)

In diesem Jahr ging es in den Osterferien nach Schottland, zum 10-Jährigen Erasmus-Revival- Treffen mit den Mädels (samt Anhang) von 2007/08.

Wie jeder Urlaub war auch dieser wieder anders: Zum ersten Mal mit einem Zweijährigen in Schottland und zum ersten Mal im 7.Monat schwanger verreisen.

Wir sind wieder von Weeze aus mit Ryanair geflogen und der Travelbuddy brauchte nun zum ersten Mal einen eigenen Sitzplatz (zum vollen Preis :-/! ). Dafür ist für Kinder dann auch ein 15kg- Gepäckstück zum halben Preis dabei und da die Kleinsten ja meist am meisten Gepäck brauchen, haben wir von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht (zum Vergleich: wir haben als Paar einen 20kg- Koffer geteilt. Dazu kommen die 2 Handgepäckstücke, die mitgenommen werden dürfen.).

Der Flug war unspektakulär- Billigflieger halt. Nach 1:25h waren wir – mit einer Stunde Zeitgewinn dank Zeitumstellung- in Edinburgh und sind dort wie üblich mit dem Airlink 100 in die Stadt gefahren. von dort haben wir unser Air B’n’B aufgesucht, unsere Vermieterin kam uns auf der Straße schon entgegen. Total zuvorkommend hatte sie nicht nur das gewünscht Babybett aufgebaut, sondern auch alle Steckdosen mit Kindersicherungen versehen, ein IKEA- Plastikgeschirr für den kleinen Mann bereitgestellt und ein paar Spielsachen für 1-3-Jährige besorgt. Total toll.

Im Sainsbury um die Ecke haben wir erstmal das Nötigste eingekauft. Auch hier gibt es Snacks für Kinder. Die Fruchtquetschies sind allerdings im Vergleich zu Deutschland sehr teuer, dafür gibt es Obst auch einzeln und nicht nur in Großpackungen, oder auch schon in mundgerechte Stücke geschnitten. Okölogisch lässt sich das verpackungstechnisch sicher optimieren- wir nehmen meist eine Tupperdose und ein Messer zum Obst und Gemüse schneiden mit- aber es gibt auf jeden Fall alles, was man benötigt und man kann sich das Mitbringen aus der Heimat sparen.

Ich weise nochmal auf das schottische Recht hin: Nach 20 Uhr dürfen Kinder gar nicht mehr mit in den Pub und vorher auch nur, wenn man dort etwas essen möchte. Wir waren daher froh, dass diesmal auch die Großeltern dabei waren und am Samstagabend Babysitter gespielt haben, damit wir das Wiedersehen mit den internationalen Freunden auch im Pub feiern konnten (mit 2 Schwangeren gestaltete sich das wieder schwierig, tatsächlich haben wir aber zumindest ein (!) alkoholfreies Bier aus der Flasche bekommen können: HeeHaw von Tennants).

Tagsüber haben wir in Edinburgh wieder einige „traditionelle“ Ziele angesteuert:

Das Children’s Museum auf der Royal Mile (kostenfrei), dort schaukelt der Travelbuddy gerne auf dem Retro- Schaukelpferd.

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In den Meadows war es dank guten Wetters sehr voll, dort gibt es aber einen Spielplatz und neuerdings (oben am Middle Meadow Walk) auch einen „Playgarden“ mit lustigen „Instrumenten“ wie einer Gießkanne mit Schlauch, etc. mit denen Kinder nach Herzenslust spielen können.

Dolly das Klonschaf steht im National Museum of Scotland (kostenfrei) in der naturwissenschaftlichen Ecke. Da wir so tolles Wetter hatten, waren wir diesmal nicht so lange da, bei schlechtem Wetter kann man sich hier aber wirklich ewig aufhalten. Auf mehreren Etagen findet man Exponate zu unterschiedlichste Themen, oft interaktiv aufgearbeitet und zum anfassen. Ausgestopfte Tiere und dazu Rätselfragen, Felle zum fühlen, Geräusche zum richtig zuordnen. Heißluftballons, die auf Knopfdruck in die Luft steigen, etc. Das Museum hat einen ausgewiesenen Picknickraum und Wickelstationen. Der Mann berichtet, dass die Wickelecke auf der Herrentoilette als „beste Wickelstation auf einer Herrentoilette in Schottland“ ausgezeichnet wurde ;-)! Wir hatten dieses Mal das Glück, dass im Rahmen des Edinburgh Science Festivals noch zusätzliche „Hands on“- Stationen für Kinder im Foyer aufgebaut waren.

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Wir haben es mit dem Essen so gehalten, dass wir morgens im Apartment gefrühstückt haben und auch abends eine Kleinigkeit gekocht haben. Bei voll ausgestatteter Küche war das kein Problem. Mittags haben wir meist etwas „auf die Hand“ gegessen, auch hier findet sich immer etwas, das Kinder auch mögen und sei es Fish and Chips. Aber auch Backkartoffeln mit diversen Füllungen oder frische Spanferkel-Burger sind in der Innenstadt zu guten Preisen zu bekommen. Oft lohnen sich aber auch die Lunchdeals der Restaurants, bei denen man ein 2-3-Gänge Mittagessen mit einem Softdrink für unter 10 Pfund bekommt.

Zum ersten Mal in den vergangenen 10 Jahren sind wir zum Ocean Terminal gefahren, um die Royal Britannia, das ehemalige Vorzeigeschiff der Queen, zu besichtigen. Zwar gibt es hier einen Lift, um zu allen Decks zu kommen und rollstuhl- bzw. buggytaugliche Gänge, trotzdem war die Luft bei unserem 2-Jährigen nach dem 3. Deck raus und wir waren froh über die Pause und Stärkung in der Teestube des Schiffes. Mit dem Bus kommt man von der Princess Street für 1,60 Pfund in knapp 30 Minuten zum Ocean Terminal, wer Zeit und Lust hat, kann noch länger in dem Shopping Center verweilen, nachdem er das Schiff besucht hat.

Für uns ging die Reise nach Edinburgh per Mietauto weiter auf die Insel Mull. Wir haben gute Erfahrungen mit Mietwagen in Schottland gemacht, im Linksverkehr ist es mit Rechtslenker schon etwas einfacher, den Überblick zu behalten. Wir achten allerdings immer auf den „super cover“-Schutz ohne Selbstbeteiligung, bei unseren Trips auf den Single Track Roads der Hebrideninseln kann ja schon schnell mal ein Kratzer in den Lack kommen (auch wenn das bisher- toitoitoi- nicht passiert ist.). Auch einen Kindersitz haben wir vorab dazu gemietet und ein ordentliches Exemplar erhalten.

Nach Mull geht es mit der Fähre von Oban aus, auf dem Hinweg hatten wir etwas Zeit und haben einen Abstecher am Loch Lomond Visitor Centre in Alexandria gemacht.

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Im schottischen Linksverkehr

In erster Linie wollten wir dort zu Mittag essen, aber es war auch gerade ein Jahrmarkt mit Fahrgeschäften dort. wer mehr Zeit hat, kann dort das Sea Life Aquarium besuchen oder bei gutem Wetter den schönen Spielplatz nutzen, einen Spaziergang oder eine Radtour um Loch Lomond machen, oder einfach ein Eis essen. Direkt im Visitor Centre ist auch eine der kinderfreundlichsten Toiletten Schottlands: mit Babywickelraum, einer extra-großen Mutter-und- Kind- Toilette und einem mit großen Blumen verdeckten Sofa als Stillecke „Breastfeeding welcome“.

Die Fährüberfahrt dauert ca. 45 Minuten und dank bequemer Sitze und jeder Menge zu sehen, vergeht die Zeit an Bord schnell. Im kleinen Bordcafé kann man sich mit Getränken oder kleinen Snack „über Wasser halten“ (haha), denn vom Hafen bis zu unserer Unterkunft in Tobermory waren es noch einmal ca.35 Minuten Fahrt.

Wir haben in der Jugendherberge in Tobermory übernachtet, die sehr idyllisch am Hafen gelegen ist. Wir haben mit den Jugendherbergen auf den Inseln sehr gute Erfahrungen gemacht und schätzen die self-catered kitchen, also die Möglichkeit, eigenes essen zu kühlen und zu kochen, sowie das Aufeinandertreffen mit anderen Leuten und die grundsätzliche kinderfreundliche Atmosphäre dieser Einrichtungen.

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Wir hatten diesmal ein 3- Bett-Zimmer gewählt, wobei 1 Hochbett und 1 normales Bett im Raum standen. Die schwangere Mutti durfte ins Einzelbett, der Travelbuddy mit mitgebrachtem Rausfallschutz ins untere Bett und der sportliche Papi hat sich zum Schlafen dann nach oben geschwungen.

In Mull sind die Wege meist weit, also sind wir die ersten Ziele mit dem Auto angefahren. So die malerische Calgary Bay (mit Sandstrand!) und den Eas Fors Wasserfällen, die über mehrere Stufen ins Wasser fallen. Zum Ausgleich am Nachmittag sind wir mit dem Travelbuddy zum Aros Park gefahren, um die Spielplätze dort zu testen. Neben dem schönen Wald, in dem man gefahrlos laufen kann sind dort auch Spielplätze, die von den Rangern ordentlich gewartet werden.

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Am zweiten Tag ging es zur Isle of Iona, der „Wiege des schottischen Christentums“. Obwohl uns auf den fast 2 Stunden Fahrt zur Fähre nach Fionnphort immer wieder Regenschauer überraschten, hatten wir nach der kurzen 10-Minuten- Überfahrt wunderbares Wetter mit Sonnenschein auf Iona. So konnten wir am Fährcafé Mittag essen und haben uns dann auf den Weg zur Iona Abbey gemacht. Viel spannender für den Travelbuddy waren allerdings die Highland Coos, die neben dem Abbey Museum weideten und auf sein „Muuuuh“ nach einer Weile reagierten, indem sie auf ihn zukamen.

Im urigen, idyllischen, verwunschenen Garten hinter dem Heritage Centre gab es einen leckeren Kaffee, bevor wir dann nach gut 3 Stunden auch schon den Rückweg angetreten haben. Aber was soll ich sagen? Es hat sich gelohnt! Wir haben jede Minute genossen und die wundervolle Landschaft eingesogen.

Am letzten Tag sind wir zu Duart Castle gefahren- allerdings mussten wir uns hier mit der Besichtigung abwechseln, da draußen der Weg neu gepflastert wurde und es unmöglich war, das Kind von den Baggern dort wegzuholen. Muss ja auch nicht- jeder hat seine eigenen Besichtigungsbedürfnisse ;)! Wieder ein süßes kleines Café nebenan (mit Wickelstation, Toilettenaufsatz für Kinder und Trittchen, um an die Waschbecken zu kommen) und draußen viel Wiese zum rennen. Allerdings muss man ein wenig aufpassen- zum einen, weil es dort vielleicht Adler zu beobachten gibt, zum anderen, damit Kinder nicht doch zu nah an den „Abgrund“ laufen, zum Teil sind die Hügel doch sehr uneben. Auf dem Rückweg haben wir kurz hinter Salen einige Robben auf den durch die Ebbe freigelegten Landzungen liegen sehen- leider reichten unsere Zoommöglichkeiten nicht für ein Beweisfoto, aber mit bloßem Auge konnte man sie gut erkennen. Den Nachmittag haben wir dann in der Hauptstadt Tobermory selbst verbracht, ein wenig geshoppt, Schiffe geguckt und während der Rest der Familie die Destillery besuchte, haben der Travelbuddy und ich uns das Mull Aquarium angesehen (Kinder unter 9 Jahren dürfen hier die Destillerytouren nicht mitmachen und da ich ja momentan eh keinen Whisky trinken darf, habe ich auch auf die Tour verzichtet). Klein, aber fein, werden hier in großen Aquarien die Meeresbewohner rund um Mull gezeigt. Krebse, Krabben, Muscheln, Seesterne, Korallen… mit einem „Touchdisplay“ bei der eine Mitarbeiterin die Meerestiere fachgerecht aus dem Wasser holt und die Kinder die Möglichkeit haben, diese genau anzusehen und zu berühren. Toll war auch die große Sandkiste mit 3D- Beleuchtung ( in 4 Farben… so ein Teil von der XBox mit Beamer… das Kind war auf jeden Fall beeindruckt). Für ältere Kinder gab es dort auch weitere Angebote, zum Beispiel „Finding Dory“ als Kinoerlebnis im kuscheligen Kinosaal mit Sitzkissen oder eine Rätselrallye durch das Museum.

Mit der erste Fähre ging es am Samstag dann aufs Festland und zurück nach Edinburgh zum Flughafen. Mietwagen abgeben, Koffer aufgeben und auf den Flieger warten. Der Edinburgh Airport ist mit seinen zahlreichen Kinderspielecken und Wickelräumen wirklich sehr kinderfreundlich und die Zeit vergeht dort immer schnell. Mit einer Verzögerung als wir schon im Flieger saßen (und nicht aufgeklärt wurden, was los war) ging es dann zurück in die Heimat. Der Travelbuddy hat die meiste Zeit des Fluges verschlafen, insofern hat er zum Glück auch die unangenehme Landung (hatte zum ersten Mal Probleme mit dem Druckausgleich und beim Aufsetzen dachte ich, das Baby rutscht raus) „verpasst“.

Fazit: Schottland ist immer eine Reise wert. Wir sind jedes Jahr in Edinburgh und auch mit Kind haben wir die Zeit dort immer gut verbringen können. Natürlich ist es mit einem trotzenden Zweijährigen manchmal anstrengend- das ist es aber zuhause auch. Auch als Schwangere sind die vielen Berge und Treppen der Stadt manchmal anstrengend gewesen, aber wir haben uns alle genug Pausen gegönnt und hatten dort zum Glück ein tolles zentrales Apartment, in das wir uns zurückziehen konnten.

Die Isle of Mull bietet viel, was man sich von schottischen Inseln wünscht: Landschaft, Whisky, Museen, Einkaufsmöglichkeiten. Von unseren bisher besuchten Inseln landet sie allerdings eher auf einem der hinteren Plätze (trotz der tollen tollen Eindrück von Iona- aber das ist ja nunmal eine andere Insel), da hier die „Sehenswürdigkeiten“, die über die generell tolle Landschaft hinausgehen, einfach sehr weit voneinander entfernt waren. Insofern war es schon gut, dass wir 3 volle Tage auf der Insel hatten.

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