UK- Roadtrip Sommer 2016

schottland route 1
Hinweg
schottland route 2
Rückweg

In den Sommerferien 2016 haben wir uns das erste Mal mit dem eigenen Wagen Richtung UK aufgemacht. Als regelmäßige Schottland- Urlauber wussten wir ja, was im Linksverkehr auf uns zukommt- allerdings ist es schon ein Unterschied, ob man mit dem Mietwagen (mit Rechtslenkung) unterwegs ist, oder mit dem eigenen Wagen. Der Vorteil war natürlich, dass wir nicht auf Ryanair- Gepäckbeschränkungen achten mussten und für die Selbstversorger- Unterkünfte das ein oder andere fürs Kind (Milchpulver, Brei, etc.) mitnehmen konnten. Von ausreichender Kleidung für das wechselhaft angesagte Wetter mal ganz abgesehen (von 30 Grad und Sonnenschein in London bis 16 Grad und Nieselregen auf Islay).

Unser Ziel war es, ewig lange Autostrecken zu vermeiden und wenn möglich den Mittagsschlaf des Travelbuddies ins Auto zu verlegen. Zu der Zeit hat er noch locker 1,5-2 Stunden am Mittag geschlafen, sodass sich unsere (fast) täglichen Autostrecken gut damit vereinbaren ließen.

Wir starteten mit einem sonnigen Tag in Brügge, wo wir Zwischenstation machten und im Hotel nahe des Marktplatzes direkt ein Upgrade auf eine Suite bekamen- perfekter Start in den Urlaub! Von da aus ging es am nächsten Morgen last Minute- wegen Vollsperrung auf der französischen Autobahn- auf die Fähre nach Dover. Als letztes Auto (das sollte nicht das letzte Mal in diesem Urlaub gewesen sein…)…

Die Überfahrt dauert ja nicht lange, daher haben wir uns bei Sonnenschein die meiste Zeit an Deck aufgehalten und der Travelbuddy war begeistert vom Meer, den anderen Schiffen, etc. Da ist die Fahrt schneller vorbei, als einem lieb ist. In Dover angekommen, war auf der Gegenseite absolutes „Nichts geht mehr“- nach den Anschlägen von Paris hatten die französischen Behörden die Passkontrollen verschärft und es war laut Radio ein Stau mit 5 Stunden Zeitverlust. Immerhin wurden Wasserflaschen an die Staugeplagten verteilt. Wir fuhren hingegen ziemlich ungestört nach London, bzw. einen kleinen Vorort, wo wir für die nächsten beiden Nächte bei Freunden wohnen sollten.

Am Sonntag haben wir dann auch ein wenig  London Sightseeing gemacht- mit dem Zug in die City und dort zu Fuß weiter… Buckingham Palace, Victoria Station, London Eye- direkt unter dem London Eye ist ein toller Spielplatz- das nenne ich mal spielen with a view! Man muss dazu sagen-wir Großen waren schon in London und haben uns die Touri-Spots mit Kind daher sparen wollen. Also sowas wie 4 Stunden bei Madame Tussauds anstehen. Dazu war das Wetter auch zu gut. Wir haben lieber ein Picknick im Hide Park gemacht und dort die Enten gefüttert ;-).

Weiter ging es dann nach York, wo wir in einem kleinen Bed& Breakfast eingebucht waren. Wirklich ein Mini-Räumchen, sodass wir den Tag größtenteils außerhalb verbrachten- in der schönen Altstadt, aber auch auf dem Spielplatz um die Ecke.

Nächster Halt war unsere Partnerstadt Newcastle upon Tyne, hier übernachteten wir in einem zentralen Ibis- Hotel, die uns netterweise auch ein Babybett zur Verfügung stellten. Am Fluss entlang kann man dort wirklich schön spazieren gehen, außerdem haben wir die kleine Kirche des St.Nikolaus- bekanntermaßen ja Schutzheiliger der Kinder- besucht und eine Kerze angezündet.

Endlich- so sagte mein Herz- ging es dann nach Schottland. An den berühmten englisch- schottischen Grenzsteinen vorbei weiter nach Norden, Richtung Edinburgh. Dort hatten wir uns dieses Mal über Air BnB in eine Wohnung nahe des Holyrood House und des Parlaments eingemietet. Ein Babybett gabs dort auch und vor allem eine Küche zum selbst kochen- die Preise fürs auswärts frühstücken hatten uns beim letzten Mal ja doch schockiert.

In Edinburgh durchliefen wir unser „übliches“ Programm- Dolly das Klonschaf im National Museum besuchen, Greyfriars Bobby NICHT an der Nase reiben, einmal beim Inder essen, Shortbread essen im Elephant House, ein Kaffee im Black Medicine Secondhand- Shopping auf der Nicolson Street.

Am Grassmarket war just an dem Tag, an dem wir in Edinburgh ankamen ein großes Kinderspielefest, mit Töpfen zum Musik machen, Rohren und Röhren und Brettern, um selbst eine Kugelbahn zu bauen, Sandecken zum bauen, Wasser zum matschen, etc.

Alles kostenfrei und von Freiwilligen unterstützt, die den Kindern Anregungen zum Spielen gaben. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass wir dort den Nachmittag verbrachten. Ein dauerhafter Spielplatz- besonders im Sommer- ist mitten in den Meadows. Dort kann man sein Picknick in den Meadows perfekt mit einer Runde klettern für die Kleinen kombinieren.

Traditionellerweise würde jetzt Glasgow auf der Route folgen- da wir ab er zu unseren Freunden etwas außerhalb von Glasgow wollten, zog es uns zunächst nach Falkirk- die Kelpies einmal mit eigenen Augen sehen. Diese Kunstwerke sind wirklich sehr beeindruckend anzusehen und der kleine Umweg dorthin lohnt sich. Wenn man etwas mehr Zeit einplant, kann man bei gutem Wetter auch den neu angelegten Park um die Kelpie- Köpfe herum nutzen.

Mit unseren Freunden fuhren wir am nächsten Tag noch zum Loch Lomond– da wir hier nur einen Happen essen wollten, um dann zu unserer Fähre weiterzufahren, hat uns der wirklich wirklich tolle Spielplatz als Austobestation gereicht (auch den Männern). Ansonsten kann man am Loch natürlich Bootstouren machen, Fahrräder leihen, spazieren gehen,… außerdem ist dort mein kindgerechtes Highlight- Klo… Kindertoiletten (also extra niedrig), extra Wickelraum UND dezent durch Palmen abgetrenntes Sofa als Stillecke. Wirklich für jedes Alter etwas dabei!

Von dort aus gings weiter nach Kennacraig- der Ort kann nicht viel, außer Schiffe nach Islay abfahren lassen ;). Leider kamen wir daher vorher auch nicht wie geplant noch an einem Supermarkt vorbei- wir wussten, dass wir erst am späteren Abend auf Islay ankommen würden und hatten Sorge, ob wir dort noch etwas einkaufen könnten. Die schottischen Inseln haben ihre eigenen Gesetze- und Öffnungszeiten.

Beim Warten auf die Fähre begegneten wir Schafen auf offenen Anhängern und konnten in der schönen Nachmittagssonne noch ein paar tolle Bilder machen. Nach der kurzen Fährfahrt waren wir dann also auf der „Whiskyinsel“ angekommen: 8 Distillerien auf Islay, plus eine auf Jura „nebenan“. Wir übernachteten in der einzigen Jugendherberge der Insel- mit einem gebürtigen Deutschen als Herbergsvater. Sehr nett! Er erzählte uns, dass viele Touris alle Distillerien an einem Tag besichtigen (wie sie von A nach B kommen, lassen wir mal dahingestellt…) und die Distillerien mit ihren Tour- und Tastingzeiten auch darauf eingestellt sind und nicht „konkurrieren“. Wir haben ja schon verschiedene Touren mitgemacht, daher war es uns diesmal nicht so wichtig- man muss nämlich aufpassen, nicht alle Distillerien erlauben Kindern den Zutritt zu Touren (vorher die Homepages checken, oder eine Mail schreiben, oder anrufen…). Wir haben mit dem Travelbuddy die Tour in Bruichladdich mitgemacht, dort waren Kinder ausdrücklich „welcome“- außerdem wurde beim Tasting im Anschluss nicht geknausert, das hat dem Papa besonders gefallen. Auch bei der kleinen „bäuerlichen“ Kilchoman Distillery dürfen Kinder dabei sein- hier hat der Papa sich allerdings nur ein Tasting gegönnt- ohne die Tour. Schön war aber das kleine angrenzende Café- hier haben wir 2x nett Kaffee getrunken- auch ganz ohne Whisky.

Die Abreise nach vier Nächten auf Islay war spannend- wegen akuter Vercheckung von Abreisetag/ -Datum hatten wir die Fähre für einen Tag später gebucht. Aber die Jugendherberge war ausgebucht, das wussten wir, und die schnelle Googlesuche hat auch kein Ergebnis für ein Hotel auf Islay gefunden. Also sind wir auf gut Glück zur Fähre und mussten in die „Waiting Lane“. Als vorletztes Auto – vorm Eiermann- kamen wir dann noch auf die Fähre. Unterwegs haben wir – Smartphone sei dank- ein Örtchen zwischen Kennacraig und unserem nächsten Ziel Stirling ausmachen können und haben im unscheinbaren Helensburgh gestoppt. Wobei- der Erfinder des Fernsehens, John Logie Burn, ist dort geboren. Also eigentlich eine Weltstadt ;-). Ein nettes Hotel mit angeschlossenem Restaurant, das auch ein Kids Menü hatte, 5 Minuten die Straße herunter einen traumhaften Spielplatz- alles, was wir für einen ungeplanten Zwischenstopp brauchten.

Weiter ging es ins schöne Stirling. Hier übernachteten wir wieder in der zentral gelegenen Jugendherberge. Wir besuchten Stirling Castle und erfreuten uns an den kindgerechten Erklärungen und dem „Spielkeller“ für Kinder. Trotz einiger Wolken hatten wir einen tollen Blick auf das Wallace Monument (William Walace…Braveheart… ein MUSS für FANS!).

Nun ging es langsam aber sicher wieder Richtung Süden und Richtung England, vorher ließen wir es uns aber nicht nehmen (der Mann hatte ein Einsehen mit mir), im pittoresken Culross zu halten. Dieses Örtchen steht in der „Outlander“-Serie für Cranesmuir ein und ist einfach wirklich noch sehr mittelalterlich erhalten. Wir waren sehr früh da und das Castle mit seinen schönen Gärtchen (Claires Gärten!) war noch zu. Trotzdem flanierten wir ein wenig durch den Dorfskern und fuhren mit nem Kaffee to go auf der Hand weiter nach Berwick upon Tweed.

In der Jugendherberge hatten wir ein 8- Bett- Zimmer, haha. Es war immer noch günstiger gewesen als jedes vergleichbare Hotel dort, zudem sehr zentral und gerade frisch renoviert und modernisiert. Beim Spazieren auf den ehemaligen Wallanlagen der Redcoats (echt… da kommt man gerade aus Schottland und dann sowas!) musste man die Abgründe beachten- zum Teil ging es dort sehr tief runter. Mit Kleinkind, das gerade Laufen gelernt hat, durchaus herausfordernd.

Nach einer Nacht in Middlesbrough, wo wir den Tag buddelnd am Strand verbracht haben, ging es nach Hull und dort mit der Über-Nacht-Fähre zurück nach Zeebrügge. Das Babybett passte millimetergenau neben die Kojen. Das Schiff selber bot mit seiner Spieleecke Beschäftigung genug fürs Kind und Duty Free-Shopping für Mamapapa. Winwin ;-)! Nach ausgiebigem Frühstücksbuffett an Bord gings dann von Zeebrügge zurück in den Ruhrpott. Trotz Linksverkehrs und diversen Fährfahrten sind sowohl wir als auch das Auto heil wieder in der Heimat angekommen und es wird nicht das letzte Mal mit eigenem Wagen in Schottland gewesen sein.

 

 

 

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